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She’s amused: Bundespräsident Gauck zu Antrittsbesuch in Großbritannien…

… das wäre mal eine Meldung gewesen. Und der Queen hätte es wirklich gefallen!

Frankreich ist im Wahlkampf und deshalb darf der neue Bundespräsident nicht zur Grand Nation reisen und den Franzosen seine Aufwartung machen. Das wäre im Stile vieler deutscher Politiker/innen gewesen. Alle hätte den deutsch-französischen Motor in Europa gelobt und den Antritt als Bestätigung für die gute Freundschaft von Franzosen und Deutschen gewertet. Unaufgeregt, unspektakulär und ohne große politische Signalwirkung.

Nun Polen. Genauso emotional, genauso historisch belastet. Auch hier lag viel im Argen. Ein ebenso gutes Signal, dort seinen ersten Auslandsaufenthalt als deutsches Staatsoberhaupt zu realisieren. Aber – auch hier zu durchsichtig, nicht neu und kein neuer Weg.

Wäre Joachim Gauck mal über den Kanal auf die Insel gefahren. Die Briten haben sich in Europa mal wieder quer gestellt, wollen keinen neuen Vertrag rund um neue Finanz- und Wirtschaftsregeln unterzeichnen. Also müssen die Europäer eine Regelung außerhalb der EU-Strukturen finden – das Vereinigte Königreich ist mal wieder isoliert.

Hier wäre es einmal ein unerwartetes Signal gewesen. Ein ganz neuer Weg, ein völlig neuer Schritt, um ein Symbol zu setzen. Die Briten wären ebenso überrascht gewesen, wie die Deutschen selbst. Das Signal, das UK ist bedingungsloser Bestandteil der EU und Europa braucht die Insel und will sie auch. Das hätten einen nachhaltigen Impuls für Europa und für seine Präsidentschaft setzen können. Eine verpasste Chance – für Deutschland, für Europa und wahrscheinlich auch für das UK.

Published inEuropean Union

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