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BreakoutEDU “Ruling Europe” – Lernmethode zu EU-Institutionen

Einer der großen 1-Millionen-Euro-Fragen in der europäischen Jugendbildung – wie lernt man die EU-Institutionen, das politische System der Europäische Union, auf eine attraktive, spannende und gewinnbringende Weise. Auch wir im Europahaus Marienberg versuchen uns seit Jahren an verschiedenen methodischen Zugängen, ohne je das Ei des Kolumbus wirklich gefunden zu haben. Ich kann auch heute nicht die 1.000.000 € einsacken und abholen, aber zumindest einen weiteren methodischen Beitrag leisten, wie man sich den europäischen Institutionen in der non-formalen europäischen (Jugend)bildung annähern kann.

Das Stichwort lautet: BreakoutEDU!

Überall machen sich seit geraumer Zeit so genannte “Escape Rooms” breit – Menschen werden dort für meistens 60 Minuten in einen Raum oder einen Raumkomplex eingeschlossen und müssen sich oft in eine Geschichte eingebettet durch das Lösen diverser Rätsel aus diesem Raum befreien. Da man Schüler/innen in der Schule nicht einschließen darf, wurde das System des Escape Rooms adaptiert, um es auch im schulischen Kontext für Lernzwecke zu Einsatz zu bringen. Hier ist die Grundidee: Ausbrechen- break out! Im Zentrum der Methode steht ein Koffer, eine Box, eine Kiste, die mit diversen Schlössern (unterschiedlichster Art) gesichert ist. Die Teilnehmer/innen versuchen ebenfalls durch das Lösen einer Reihe von Rätseln und Aufgaben diese Schlösser zu knacken, um die Kiste öffnen zu können und das Spiel zu gewinnen.

Mehr zum Themenüberblick auf BreakoutEDU.

Wir haben nun ein BreakoutEDU zu den EU-Institutionen gemacht – “Ruling Europe”. Ziel ist es, dass die Seminargruppe gemeinsam ihr eigenes europäisches Gesetz zum Leben erweckt. Dazu müssen diverse Aufgaben erfüllt werden, denn die Zeit wird knapp, da es in Brüssel eine Revolution der Jugend gegeben hat und bevor die alten Kräfte die Konterrevolution erfolgreich umsetzen, gibt es die einzige Chance eine letzte EU-Richtlinie aus jugendlicher Perspektive durchzubringen. Auf dem Weg dorthin sind Leitfragen und Aufgaben eingebaut, mit denen das politische System der EU erschlossen werden kann – Hauptaufgaben der Institution, die Mitglieder, die Präsidenten/innen, die vertretenen Interessen etc.
Alle Teilbereiche sind dabei durch verschiedene Rätsel – analog und digital – gesichert, so dass erst Schlösser geknackt, Rätsel gelöst und Aufgaben bewältigt werden müssen, bevor die Gesamtgruppe zu einem nächsten Teilschritt fortschreiten kann. Das ganze findet in einer Kombination aus Aktivitäten im Seminarraum und einem in das Gesamtsystem eingebunden Blog statt. Dort sind die einzelnen Seite jeweils mit Passwörtern gesichert, die erspielt werden müssen. Auf den Seiten selbst gibt es dann Aufgaben und Hinweise, wie die Schlösser an der Kiste geöffnet werden können. Diese Schlösser sind nicht nur herkömmliche Bügelschlösser mit Schlüssel, sondern auch Zahlenschlösser, Bügelschlösser mit Buchstabenkombinationen, Schlösser mit Richtungshebel zum Öffnen und Schlösser mit Buchstaben- Zahlen-Kombinationen.
Die Rätsel sind ebenfalls sehr vielfältig: Binärcodes müssen dechiffriert werden, optische Täuschungen erkannt werden, QR-Codes korrekt ausgemalt werden bevor sie gescannt werden können, Bilderrätsel gelöst werden, die Europahymne so gut gesungen werden, dass die Seminarleitung es sehr positiv bewertet, eine Ceaser-Scheibe kommt zum Einsatz, mit UV-Stiften geschrieben Nachrichten müssen gefunden werden und mit der entsprechenden Taschenlampen entziffert werden, Werbekampagnen realisiert werden etc.

Das ist noch alles sehr theoretisch. Leider können wir die Spielleiterinformationen hier nicht publizieren, da dort alle Passwörter hinterlegt sind und das Spiel komplett transparent ist. Das wäre ein Killer für jedes Spiel, das muss geheim bleiben.

Hier für einen Eindruck das Teampaper von Ruling Europe, mit dem sich die einzelnen Gruppen durch das BreakoutEDU spielen.

Nach dem ersten Durchlauf gab es sehr positives Feedback und konstruktive Kritik, wie der Ablauf noch sauberer und runder gestaltet werden kann. Den Teilnehmer/innen hat es in jedem Fall viel Spaß gemacht und  am Ende waren wir in der Gesamtgruppe in der Lage das politische System zusammen zu konstruieren, so dass das Machtdreieck der EU sichtbar und nachvollziehbar entwickelt wurde und die EU-Institutionen in den Zusammenhang gestellt werden konnten.

Wer jetzt dringenden weiteren Klärungsbedarf hat, kann uns gerne im Europahaus Marienberg kontaktieren, um noch das ein oder andere etail mehr zu erfahren, wenn Ihr selbst ein BreakoutEDU kreieren möchtet. Es lohnt sich – schon jetzt viel Spaß und gutes Gelingen.

Published inEuropean Education

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