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#esc – zwischen Politik, Musik und europäischer Identität

Nun haben wir ihn wieder hinter uns gebracht, den diesjährigen Eurovision Song Contest. Der Blick ins Archiv verrät, der #esc war schon vor fünf Jahren im Jahr 2011 hier Thema – das nur am Rande.

Spannender als die Show selbst, war die Nachbetrachtung. Lostineu sieht in “Ukraine top, Deutschland flop” in dem #esc tatsächlich ein Tool (vielleicht sogar das Tool), um den europäischen Gedanken zu verbreiten. Hierauf kann ich nur mit meinen Beitrag aus 2011 antworten.  Entscheidender sind die Reaktionen derjenigen, die sich im politischen Alltag nicht grün sind.

Das Deutschland beim #esc für seine europapolitische Politik durch die anderen Länder abgestraft wurde, kann ich nur unterstreichen. Warum stimmen die Menschen bei Referenden zu Europafragen gegen die Materie? Allzu oft, um die Regierung abzustrafen und nicht, um einen qualifizierten Demokratiebeitrag zu einer Sachfrage zu leisten. Es wäre ja auch vermessen zu glauben, dass dies gelingen kann. Der deutsche Beitrag war nicht überragend, aber im Verglich sicher nicht für den letzten Platz bestimmt. Da haben sich Juroren und “Wahlvolk” wohl noch von anderen Kriterien leiten lassen. Politisches Staatsverhalten als Maßstab für eine Gesangsleistung  – vielleicht unfair, aber real.

Kaum wird dann noch Russland durch die Ukraine übertrumpft, dauert es nicht lange bis verbales Geätze aus Moskau zu vernehmen ist. Es ist ein musikalisch minderqualitativer Gesangswettbewerb in einem internationalen Rahmen. Das sich Politiker/innen im Nachhinein überhaupt aus politischer Perspektive einmischen, zeugt schon von der vergifteten Stimmung. Auch hier spielen die realpolitischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit eine tragende Rolle. Trotzdem sollten die politischen Eliten diese Bühne nicht für die Auseinandersetzung nutzen, auch wenn sich das nicht abstellen lassen wird – weder beim Publikum, noch bei den politischen Eliten in einigen Ländern.

Der #esc darf nicht überbewertet werden, schon gar nicht politisch (aber auch nicht musikalisch). Dennoch werden sich auch in Zukunft politische Scharmützel nicht ausblenden lassen und Abstimmungsverhalten nur an der Qualität orientieren. Einen Beitrag für eine europäische Identität wird der #esc sicher nicht leisten, jedenfalls nicht in dieser Form.

Published inEuropean Culture

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