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Putins Militärparade und die merkelsche Empörung

Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist für Russland etwas ganz besonderes, es wurde immer mit großen Militärparaden auf dem Roten Platz gefeiert. Man mag sich fragen, ob dies in dieser Form so noch zeitgemäß ist bzw. die richtige Form. Dennoch kann man festhalten, dass ein jedes Land diesen Tag nach seinem Gusto feiern und begehen darf. Nun plant Putin offensichtlich in diesem Jahr auch Feierlichkeiten auf der gerade völkerrechtswidrig annektierten Krim beizuwohnen. Die Kanzlerin ist empört.

Von der Krim haben wir (fälschlicherweise) in den letzten Tagen und Wochen nicht mehr viel gehört. Alles konzentriert sich auf den brandaktuellen Konflikt in der Ostukraine. Die Krim und deren Annexion wurde vom Westen ohne große Gegenwehr hingenommen. Die merkelsche Empörung mag da zum diplomatischen Grundwerkzeug gehören, doch ist sie sicherlich überflüssig.

Als wenn der Westen auch nur noch einen Hauch daran glauben würde, dass Putin sich von der Halbinsel wieder zurückziehen würde. In allen westlichen Regierungszentralen weiß man (und hat sich damit abgefunden), dass die Krim nun russisch ist.

Anstatt sich über Putins weitere Muskelspiel öffentlichkeitswirksam zu echauffieren, sollte man lieber eine härte Gangart gegenüber Putin einschlagen, um ihm endlich einmal die Grenzen aufzuzeigen. Der Kreml tut, wie es ihm gerade gefällt und der Westen lässt ihn gewähren. Die Ukraine ist nur einen Schritt von einem blutigen Bürgerkrieg entfernt und die EU sowie die USA haben bisher nicht mehr zu bieten gehabt als Russland mit ein paar Sanktiönchen zu belegen.

Wo bleibt der aktive Part der europäischen Außenpolitik? Wo sind die zukunftweisenden Vorschläge, die mit Kraft vorangetrieben werden? Wo bestimmt der Westen die Agenda anstatt nur zu reagieren? Die Aufregung über Putins Muskelspiele sollten eher lächerlich gemacht werden. Wem nutzen die Worte der Bundeskanzlerin? Putin und seinen Anhängern sind sie jedenfalls Wasser auf die eigenen Mühlen.

Artikelfoto von maiakinfo CC BY-SA 2.0

Published inInternational Politics

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