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Die russische Außenpolitik – Prostitution für den Erfolg

Russland is back. Zurück auf dem internationalen Parkett, auf Augenhöhe mit den USA. Das muss ein Hochgefühl für Putin sein. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR war das nachfolgende Russland in schwere internationale Gewässer gefahren. Die Bipolarität war aufgehoben und es gab nur noch die USA als Weltmacht. Auf internationaler Ebene hatte Russland nicht mehr viel zu melden. Das wurmte den russischen Bären. Der Syrienkonflikt scheint ein altes Bild wieder zu beleben. Moskau sitzt wieder mit Washington am Verhandlungstisch und löst gemeinsam die zentralen Konflikte auf dem Globus  unter Berücksichtigung der eigenen nationalen Interessen. Keine Alleingänge eines einzelnen Landes mehr. Im Kreml müssen sie wahrlich Freudentänze aufführen.

Eine gute Genfer Lösung mit Fragezeichen…

Die Verlogenheit hinter diesem scheinbaren russischen Erfolg ist erbärmlich. Richtig ist, dass Russland den letzten Strohhalm der USA gegriffen hat, bevor es zu einer militärischen Vergeltung gekommen wäre. Die vollständige Kontrolle und Vernichtung des syrischen C-Waffen-Kontingentes war die russische Chance, die Moskau ergriffen hat, um eine diplomatische Lösung in Gang zu setzen. Es ist die bessere Lösung, wenn sie funktioniert. Militärschläge wären zur Disziplinierung notwendig gewesen, um Assad Einhalt zu gebieten. So ist es besser und effektiver, wenn der Plan umgesetzt wird. Das bleibt sicherlich abzuwarten.

Russisches Lügengebäude

Das Absurde an dieser Entwicklung ist, dass Russland sich nur über eine abstruse Haltung im Spiel hält. Russland hat ein hohes Interesse daran, dass ein Eingreifen in innere Angelegenheiten von Staaten nicht noch salonfähiger ist als es ohnehin schon ist. Dafür bedient sich Russland mit großer Kaltschnäuzigkeit und Abgebrühtheit des Syrienkonfliktes. Auch jetzt noch, nachdem die UN-Inspekteure eindeutig dargelegt haben, dass der Giftgasangriff von Assads Regime ausgegangen sein muss, weigert sich Moskau diese Position zu übernehmen. Stattdessen wird eine Hinhaltetaktik gefahren, Automatismen weiter ausgeschlossen (Resolution nach Kapitel VII der UN-Charta) und immer noch die syrischen Rebellen für den Anschlag verantwortlich gemacht. Russland prostituiert sich und seine Außenpolitik, um den internationalen Erfolg gegenüber des USA zu erreichen. Die eigene Außenpolitik ist auf ein Lügengebäude gebaut und wird auf dieser Basis durchgeführt. So kann es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit geben. Russland muss schnell Einlenken und die Fakten anerkennen. Der Genfer Plan zu den syrischen C-Waffen lässt sich auch mit einer Anerkennung der syrischen Schuld umsetzen. Russland würde in einem solchen Umfeld viel glaubwürdiger agieren können und sich tatsächliche internationale Anerkennung erwerben.

Amerikanische Parallelen

Nur für’s Protokoll: Der US-amerikanische Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat zur Legitimierung eines Irakangriffs (Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein) durch Collin Powell hat die gleiche Dimension gehabt und ist ebenso konsequent zu verurteilen, weil durch Lügen begründet.

By Сайт Правительства Российской Федерации CC-BY-3.0

Published inInternational Politics

2 Kommentare

  1. Russland vertritt seine Position und seine Interessen. Da sprichst du noch von Prostitution du Heuchler. Hast ein Kaffeebecher im Maul mit Werbung drauf und sprichst von Prostitution. Was macht den Deutschland? USA kontrolliert und besetzt Deutschland meiner Meinung nach bis heute und eine eigene Position gibt es nicht. Wenn USA führt folgen die anderen, so einfach ist es. Das kommt der Prostitution wohl eher. Du wurdest infiziert mit Russophobie, sehr stark verbreitet, Heilungschancen gegen Null.
    Die Sache ist die, du möchtest provozieren aber wo bleibt die Objektivität?
    Den Russen selbst ist deine Meinung egal du kleiner Wichtigtuer.
    Was da auf politischer Ebene wirklich passiert werden wir Bürger nie erfahren.

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