Zum Inhalt springen

peerblog.de, Partizipation und Demokratie – ein großer Jammer!

Wo leben wir eigentlich? Der Partizipationsgrad in unserer Demokratie könnte besser sein. Bürger/innen mischen sich nicht genug ein, haben oft vielleicht auch nicht genügend Möglichkeiten.

Jetzt traten ein paar Bürger/innen unseres Landes an, um sich für einen Kandidaten und damit auch seine Partei und damit auch die Ideen der Sozialdemokratie zu engagieren. Es ist Bundestagswahljahr. Da ist das Ausleben der politischen Konkurrenz besonders wichtig, der Streit um die richtigen politischen Konzepte findet besonders große Aufmerksamkeit. Es geht um die Richtungsentscheidung für die nächsten vier Jahre. Und darüber echauffieren sich die politischen Gegner.

Parteiisch und mit Eigeninteressen? Egal!

Wohlmöglich verfolgen die Betreiber des Blogs ein spezifisches Eigeninteresse, vielleicht auch eine wirtschaftliche Absicht. Na und? In einer Demokratie dürfen sich alle Bürger/innen politisch positionieren, wie sie es gerne möchten, mit welchen Absichten auch immer. Wenn sich hier also Menschen für den SPD-Kanzlerkandidaten stark machen, dann ist das ihr ureigenstes demokratisches Recht – egal ob in der Kneipe, abends beim Sport oder eben in einem Blog. Das die Betreiber nun prominente Köpfe in ihren Reihen haben oder auch ein großes Budget macht doch keinen Unterschied. Dürfen sich nur die mittellosen und gesellschaftlich unbekannten Personen für einen Kandidaten in der politischen Arena positionieren? Nein, natürlich nicht.

Der Aufschrei der Opposition

Das die Opposition aufschreit ist ein pawlowscher Reflex. Das Blog könnte ja auch Erfolg haben. Statt vor der eigenen Tür zu kehren und sich zu fragen, warum die eigenen Kandidaten diese Unterstützung nicht erfahren, wird die Sau der “Intransparenz” durch das Dorf getrieben. Wenn man nicht weiß, was man sonst sagen könnte, dann ist es eben intransparent und damit verwerflich.

Im Grunde spricht die Opposition Bürger/innen das Recht ab, sich für ihren Favoriten im politischen Wettstreit stark zu machen und für ihn zu werben. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass wir bis September nur denjenigen lauschen sollen, die für das Parlament kandidieren: Phrasen, Allgemeinplätze und Plattitüden. Hier wäre ein zusätzliches Blog eine Bereicherung in der politischen Auseinandersetzung. Jeder weiß doch, welche Prioritäten das Blog gehabt hat – es war eindeutig Pro-Steinbrück und das ist mehr als legitim. Wer diese Meinung nicht teilt, braucht sie nicht lesen oder teilen oder sich bewusst an ihr reiben und sich damit auseinandersetzen. Es sollte mehr davon geben in der politischen Debatte, nicht weniger.

Jetzt ist das Blog aufgrund vermeintlicher Hackerattacken geschlossen worden – ein Jammer für mehr Bürgerengagement und eine lebendige Demokratie.

 

Published inInternet & Social MediaSocial Democracy

4 Kommentare

  1. Naja, es geht hier um Parteispenden. Und da gibt es aus gutem Grund ein Parteispendenfinanzierungsgesetz. Und wie die WAZ bereits vermutet, wurde hier mit diesem Konstrukt schlicht und einfach versucht, dieses Gesetz zu umgehen. Es ist schon gut und richtig, dass die Wirtschaft sich nicht mal eben anonym in eine Politikrichtung “einkaufen” darf. Dieser Hackerangriff ist doch vorgeschoben. Bitte. Bei Strato mal eben ‘nen Server gemietet und jetzt weinen. Allein die Erklärung auf der Agenturwebseite ist haarsträubend und an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Siehe auch http://www.derwesten-recherche.org/2013/02/das-wird-eng-fur-peer-abgeordnetengesetz-greift/

  2. Uninspirierte und holzschnittartig manipulative Texte (mit massig faktischen Fehlern). Die von dir erwähnten “Bürger”: angebliche wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten, die noch nicht mal den Schneid haben, offenzulegen wer sie sind + ein ziemlich abgefrackter Old-Style-PR-Mietling als Auftragnehmer und “Chefredakteur” – mein Bedauern über dieses – arg inszeniert wirkende – Ende hält sich auch in Grenzen.

  3. Bernd L.Mueller Bernd L.Mueller

    Mehr Demokratie wagen, einmischen für Zielverwirklichungen, exakt richtige Strategie, viele machen sich in die Hosen, wenn sie öffentlich für eine Sache eintreten, in der Politik, in der Wirtschaft etc.

    Völlige Übereinstimmung mit Intentionen im Artikel zum ” Partizipationsgrad ” , bis auf ein kleines Detail :

    Auf allen Ebenen muß mit offenem Visier argumentiert werden, sonst ist es wie mit versteckten Fouls.

    Nicht verstanden im Artikel ” Aufschrei Opposition “, noch ist doch Peer Steinrück in der Opposition ?

Go on and comment...