Zum Inhalt springen

Die FDP: Bei Steinbrück mitprügeln, bei Brüderle heulen

Kaum hat Brüderle während seines eigenen Putsches den Mut verloren Rösler tatsächlich zu stürzen, da kommt schon das nächste Unheil über den neuen FDP-Stern. Eine Reporterin des “Stern” wirft dem Liberalen Aufdringlichkeit und Sexismus vor. Der Artikel ist morgen in der Printausgabe zu lesen und online bereits hier aufgegriffen.

Das die Vorwürfe, sollten sie der Wahrheit entsprechen, purer Sexismus und Chauvinismus sind, dürfte unstreitig sein. Ich brauche keine große Fantasie dafür, um mir vorzustellen, dass diese Vorfälle genau so stattgefunden haben wie es beschrieben wird. Sicherlich besteht im jahrzehntelangen Verharren in den obersten Etagen der politischen Macht die Gefahr, dass man sich selbst für unangreifbar und übermächtig hält. Sofern Brüderle irgendeine Vorbildfunktion besessen hat, ist diese spätestens jetzt vollständig demontiert.

Besser noch sind die Reaktionen der FDP-Kollegen, die sich nun über den “Stern” hermachen und hier Niveaulosigkeit und Schmuddeljournalismus ausgemacht haben. Noch besser wird der Hinweis, dass die Stern-Reporterin erst jetzt nach einem Jahr mit der Geschichte kommt.

Darf man vorsichtig daran erinnern, wie Liberale auf Steinbrück wegen dessen Honoraren und Vortragstätigkeit reagiert haben, nachdem er zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde. Wie man es in den Wald hineinruft… Es ist schon heuchlerisch, sich jetzt hinter die Barrikaden zu verziehen und auf die bösen Medien zu schimpfen. Hatte man bei Steinbrück doch auch erst losgeschlagen als es daraus politisches Kapital zu ziehen galt.

Der FDP-Politiker Hahn spricht gar von einem Tabubruch. Welches Tabu wird den gebrochen – sich von hochrangigen Politikern nicht bedrängen zu lassen und das auch öffentlich zu machen? Herr Hahn sollte seinen Frust lieber runterschlucken als hier noch mehr Unheil anzurichten. Elko Hoff sieht gar einen Angriff auf die Familie von Brüderle. Auch sie scheint dabei gar nicht mehr an die Journalistin zu denken. Das die Nerven bei der FDP blank liegen dürfte klar sein, das kann aber nicht rechtfertigen den Angeklagten nun zum Schuldige zu machen.

Der Vorfall kann das gesamte Personalkonstrukt, das nur wenige Tage alt ist, zum Einsturz bringen. Das wissen die FDP-Politiker/innen in den obersten Etagen, daher wohl die spontane Aggressivität. Schämen sollten sich alle, die sich hier so verhalten.

Wir müssen keinen zweiten Hitler fürchten, aber den alltäglichen Rassismus und Rechtsextremismus in den kleinen Worten und Taten. Das gleiche gilt für die chauvinistische und sexistischen Verhaltensweisen, die auch tagtäglich im Alltag stattfinden. Denken Sie darüber nach, Herr Brüderle.

Published inGerman Politics

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Go on and comment...