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Vorbildfunktion verfehlt: @schmidtlepp und die @DoroBaer im Fettnapf

Das gleich mal vorne weg: Es geht nicht um basching, trollen und nicht um shitstormen. Wenn sich exponierte Vertreter/innen politischer Parteien derart äußern und verhalten wie gleich zu beschreiben sein wird, dann muss man das kritisieren, auch öffentlich.

Den Beginn macht eine Konversation auf Twitter zwischen Sebastian Reichel , Christopher Lauer und mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil:

Da kann man sagen was man will, aber Lauer kennt seine Wirkung in der (digitalen) Öffentlichkeit, weiß um seine Reichweite via Twitter und Co. und er kennt seine Stellung innerhalb der Piratenfamilie, die eben deutlich höher positioniert ist als die anderer. Bei den Piraten ist Lauer ein Spitzenmann. Damit hat er auch eine Verantwortung nicht nur gegenüber der eigenen Partei, sondern auch gegenüber der Demokratie und der gesamten Öffentlichkeit.

Bei allen politischen Meinungsverschiedenheiten darf einem eine solche Entgleisung wie die von Lauer nicht passieren. Was sollen junge Menschen von der Politik halten, wenn ein Politiker den Tod der oppositionellen Meinung bzw. Zugehörigkeit vorzieht. Sicher hat Lauer es nicht so gemeint (das ist jedenfalls zu hoffen) und ist (mal wieder) über das Ziel hinausgeschossen. Schnelle Popularität im politischen und medialen Geschäft kann nicht jeder vertragen. Die Bodenhaftung zu behalten, ist nicht so einfach. Lauer sollte sich das gründlich durch den Kopf gehen lassen und zukünftiges Verhalten, analog und digital, neu überdenken und im Sinne einer demokratischen Gesamtverantwortung leben.

Damit nicht genug. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär bekommt die Tweets in die TL und reagiert erst einmal mit Unverständnis und positioniert sich vor Lauer. Beide pflegen immer wieder ein digital-spielerisches Techtelmechtel. Hier die Reaktion:

Aus einem ersten Laissez-faire-Kommentar wird schnell der Ernst der Lage deutlich und Bär fragt nach, wo die Aussage Lauers zu finden ist (hat vorher den Sachverhalt also gar nicht gekannt). Die Reaktion ist dann nicht etwa eine inhaltliche Verurteilung, sondern vielmehr eine Verharmlosung nach dem Motto “Lass’ das Kind doch spielen”. Dabei weiß Bär genau, was Lauer da gesagt hat und wie verurteilenswert das ist, weil auch Bär die Reichweite und die Stellung Lauers kennt.

Man kann sagen, es handelt sich um eine harmlose Twitterkommunikation. Aber Twitter ist eben mehr als ein bisschen chatten. Politiker/innen, vor allen diejenigen, die sich seit geraumer Zeit digital bewegen, sollten sich diesen Umstandes bewusst sein.

Hier haben sich Bär und Lauer selbst keinen Gefallen getan und sind ihrer Vorbildfunktion als Politiker/innen in der Öffentlichkeit in keiner Weise gerecht geworden.

Published inGerman PoliticsInternet & Social Media

4 Kommentare

  1. Links anne Ruhr (17.10.2012)…

    Recklinghausen: Recklinghausen leuchtet: 5000 Menschen tanzen mit DJ Moguai (Recklinghäuser Zeitung) – Dortmund: Dortmund combats the new face of German neo-Nazism (NewStatesman) – Herne/Wanne-Eickel: A42: Vollsperrung für den Br….

  2. Ich erlaube mir anzumerken, dass die professionelle Parteisoldatenempörung genau so bekloppt ist wie die Interpretation, dass er das generalisiert hätte.
    Er hat – wie er es immer macht – von sich gesprochen und das muss er schon einmal selbst wissen. Wie kommt Ihr überhaupt auf die Idee, dass ein so selbstzentrierter Mensch generalisieren _könnte_? Absurd.

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